Forschern der Stanford University ist ein bedeutender Durchbruch in der Arthrose-Behandlung gelungen: Durch die Blockade eines einzelnen Proteins namens 15-PGDH konnten sie bei Mäusen verlorenen Gelenkknorpel nachwachsen lassen. Die Studie wurde am 12. Juni 2026 im Fachjournal Science veröffentlicht (DOI: 10.1126/science.adx6649).

Das Protein 15-PGDH, das mit zunehmendem Alter im Körper ansteigt, baut den Gewebereparatur-Botenstoff Prostaglandin E2 ab. Durch Hemmung dieses „Gerozyms" stellte sich der Knorpel in gealterten Mäusen wieder her — ohne Stammzellen, allein durch die Reprogrammierung vorhandener Knorpelzellen. In einem Verletzungsmodell verhinderte die Behandlung bei den meisten Tieren die Entstehung von Arthrose. Auch an menschlichem Knorpelgewebe aus Knieoperationen zeigten sich nach nur einer Woche erste Regenerationseffekte.

Arthrose betrifft weltweit Millionen Menschen; bislang gibt es kein Medikament, das den Knorpelabbau aufhalten oder gar umkehren kann. „Dies ist ein neuer Weg, erwachsenes Gewebe zu regenerieren", erklärt Studienleiterin Prof. Helen Blau. Ein oraler Wirkstoff gegen 15-PGDH befindet sich bereits in klinischen Phase-1-Studien gegen Muskelschwäche. Die Forscher hoffen auf baldige Tests zur Knorpelregeneration — mit dem Ziel, Gelenkersatzoperationen künftig überflüssig zu machen.